Nachhaltigkeit

Weniger Plastik im Badezimmer − eine große Seifensammlung

Wenn man sich so im Haushalt umsieht, ist das Badezimmer bei den meisten wohl ein Raum mit der größten „Plastikverpackungskonzentration“ (ach wie schön, dass im Deutschen solche Worte möglich sind). Es gibt flüssige Handseife, Duschgel in allen möglichen Duftrichtungen, Shampoo, Conditioner, Haarmasken, Gesichtsreinigung, Pflegecremes und so weiter und so fort. In meinen Teenagerjahren war ich, was Körperpflegeprodukte betrifft echt schon ein Konsummonster. Bei fast jeden Besuch einer Drogerie kaufte ich ein neues Produkt – man kann ja nie genug haben oder? Somit war mein Badezimmer überfüllt von halbvollen Packungen, die ich sowiso niemals aufbrauchte. Mittlerweile mache ich bei einem Besuch in der Drogerie einen rießen Bogen um die Duschgel-Abteilung. Ich verstehe diesen Verpackungswahnsinn einfach nicht. Duschgel ist dazu da, unseren Körper zu reinigen. Eine einfache Seife tuts dabei auch. Seifen erleben gerade sowieso wieder ein großes Revival, was es total einfach macht, den Plastikmüll im Bad zu reduzieren. Was viele nicht wissen: Seife ist nicht gleich Seife. Die Zusammensetzung und der Grad der Überfettung entscheiden, ob eine Seife eher pflegt oder reinigt und für welche Anwendungszwecke sie geeignet ist.

Basic Wissen zur Seife

Seifen werden aus Pflanzenölen oder Tierfetten hergestellt. Durch Verseifung entstehen aus diesen Fetten Glycerin und die Alkalisalze der Fettsäuren. Ganz genau genommen sind also die Salze von Fettsäuren die sogenannten „Seifen“, welche eine reinigende Wirkung haben. Der Seifenanteil (also der Anteil an z.B. Natriumsalzen) ist in den Seifen wie wir sie kennen meist sehr gering, da Seifen stark basisch wirken und den pH Wert unserer Haut verändern (dieser neutralisiert sich allerdings ca. 30 Minuten nach dem Benutzen der Seife). Bei der Herstellung der Seife – also der Verseifung – werden aber meistens mehr Öle hinzugegeben, damit ein Teil nicht verseift wird. Das bezeichnet man als „Überfettung“ der Seife. Die meisten Seifen, welche man im Alltag verwendet sind überfettet oder haben sonstige pflegende Eigenschaften. Somit handelt es sich heute bei Seifen eher um „Feinseifen“ oder gar seifenfreie „Waschstücke“. Man bezeichnet sie aber immer noch als „Seife“.

Kalte Verseifung vs heiße Verseifung

Die heiße Verseifung ist in der Industrie und großen Seifenfabriken der Standard. Dabei wird das Glycerin, welches bei der Verseifung entsteht, herausgewaschen. Beim Kaltprozess bleibt das Glycerin in der Seife enthalten, welches ein hervorragendes Befeuchtungsmittel für die Haut ist. Handgemachte Naturseifen werden meist mittels Kaltprozess hergestellt.

 

Hier möchte ich euch ein paar Produke aus dem Bad vorstellen,
welche man easy durch ein Stück Seife ersetzen kann:

Duschgel

Das ist die wohl einfachste Umstellung. Duschseifen gibt es wirklich überall zu kaufen und für alle möglichen Hauttypen. Wer seine Haut dabei auch peelen möchte, kann auf spezielle Peelingseifen zurückgreifen. Diese enthalten beispielsweise Sandkörner, welche zuverlässig alte Hautschüppchen entfernen.
Ich besitze selbst auch so eine Peelingseife (Geschenk einr Freundin)und bin super zufrieden damit.

Shampoo

Shampoo kann man entweder durch eine Haarseife oder festes Shampoo (aka Shampoo Bar) ersetzen. Bei Haarseife handelt es sich tatsächlich um eine Seife, bei festem Shampoo kurz gesagt um normales Shampoo, welchem das Wasser entzogen wurde (hier noch mehr zum Unterschied).
Haarseife hat einen geringeren Überfettungsgrad als z.B. Duschseife, was dafür sorgt, dass die Haare nicht fettig werden. Dieser bewegt sich zwischen 2% und 4%, wobei Seife für trockenere Haare mehr Überfettungsgrad aufweisen.
Ich habe meine Haare auch einige Zeit mit Haarseife gewaschen und war mit dem Ergebnis echt zufrieden. Da die Seife nicht sehr aggressiv war -eher pflegend – musste ich nach einiger Zeit meine Haare viel seltener waschen, da sie viel weniger nachgefettet haben. Allerdings benutze ich derzeit Shampoo Bars, da ich es angenehm finde, wenn ich ein bisschen Schaum am Kopf habe.

Gesichtsreinigung

Auch fürs Gesicht gibt es spezielle Seifen. Je nach Hauttyp gibt es eine unterschiedliche Zusammensetzung an Ölen und Zusatzstoffen. Mit Gesichtsseife kann man auch ganz easy sein Make-up entfernen. Ich benutze eine Gesichtsseife mit Aktivkohle und Teebaumöl, da ich zu unreiner Haut neige. Teebaumöl wirkt antibakteriell und bis jetzt habe ich nur gute Erfahrungen mit dieser Seife gemacht.

Conditioner

Als ich bereits alle möglichen Produkte durch Seifen ausgetauscht habe, hatte ich immer noch eine Plastikflasche im Bad stehen: meinen Conditioner. Da meine langen Haare durch reines Verwenden von Shampoo mit der Zeit zu stark austrocknen würden, mag ich nicht auf Conditioner verzichten. Zum Glück wurde ich bei LUSH fündig und kaufte mir gleich einen festen Conditioner – dabei wird es sich aber sehr wahrscheinlich um ein seifenfreies Stück handeln, da es nur Pflegewirkung für die Haare hat. Und ich muss sagen: Ich bin SO überzeugt und es ist womöglich der beste Conditioner, den ich jemals verwendet habe. Meine Haare fühlen sich total geschmeidig an und wirken nicht ansatzweise trocken. Also: Conditioner ohne Plasitk – total möglich!

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